Die Strecke

Geschichte der Eisenbahnlinie Maribo–Bandholm
Maribo ist die einzige Marktstadt auf Lolland ohne Hafen. Mitte des letzten Jahrhunderts war die Stadt das Zentrum eines umfangreichen Agrarhandels, insbesondere mit Getreide, und daher bestand Bedarf an besseren Transportmöglichkeiten zum Hafen von Bandholm.
Dänemarks erste private Rennstrecke
Die Eisenbahnstrecke zwischen Maribo und Bandholm wurde am 2. November 1869 eröffnet. Hauptaktionäre waren Knuthenborg Gods, Eigentümer des Hafens von Bandholm, und Privatbanken. Es war Dänemarks erste private Eisenbahn.
Für den Betrieb standen zwei Dampflokomotiven, gebaut von Robert Stephenson in Newcastle, sowie sechs Personenwagen und zehn Güterwagen, gebaut in Randers, zur Verfügung. Die Strecke ist 8 km lang und in Normalspur gebaut.
Bahnhof Bandholm und seine Funktionen
Der Bahnhof Bandholm wurde für seine Eröffnung im Jahr 1869 erbaut. Das Hauptgebäude beherbergte ein Büro, einen Warteraum, ein Bahnhofsrestaurant, ein Post- und Telegrafenbüro, einen Lagerraum und eine Unterkunft für den Bahnhofsvorsteher, der gleichzeitig auch Betriebsleiter der Strecke war. Die Bedingungen waren beengt.
Bis 1879 wurden Fahrkarten in den Zügen verkauft, danach verkaufte der Bahnhof Fahrkarten sowohl für Züge als auch für bestimmte Schiffsverbindungen. Der Hafen von Bandholm war ein Verkehrsknotenpunkt für den Linienverkehr mit den Inseln Askø, Fejø und Femø sowie ein Anlaufhafen für Schiffsverbindungen zwischen Kopenhagen und den westlichen Ostseehäfen.
Hafenverkehr und Gütertransport
Noch größere Bedeutung erlangte der Güterverkehr über den Hafen mit Getreide, Kohle, Kalk und Zucker. Wichtige Abnehmer waren die Zuckerfabriken in Maribo und Holeby.
Nach und nach wurde Maribo – Bandholm Jernbane A/S von der Lolland-Falsterske Jernbane Selskab übernommen. Im Jahr 1904 war der Bahnhof Bandholm mit einem Bahnhofsvorsteher, einem Assistenten der 3. Klasse, einem Wagenmeister und drei Bahnhofswärtern sowie vier Postboten besetzt.
Expansion während des Ersten Weltkrieges
Während des Ersten Weltkrieges nahm der Verkehr so stark zu, dass Neubauten erforderlich wurden. 1919 entstand nördlich des Hauptgebäudes das Lagerhaus, gleichzeitig entstand die Villa unmittelbar nördlich des Lagerhauses als Dienstwohnung für den Bahnhofsvorsteher.
Niedergang und Übergang
Bis 1960 herrschte auf der Bandholmbahn ein reger Güterverkehr. An verkehrsreichen Tagen waren zwei Lokomotiven für die Rangierung im Hafen und den Streckenbetrieb mit 10–12 zusätzlichen Güterzügen zusätzlich zum normalen Fahrplan im Einsatz.
Doch seitdem ging es bergab. Der Personenverkehr wurde teilweise durch Linienbusse ersetzt, und im Oktober 1952 fuhr der letzte Personenzug. Der Bahnhof war bis Juni 1953 voll in Betrieb. 1956 wurde er in einen regulären Busbahnhof mit Kiosk umgewandelt.
Die Lolland Line transportierte bei Bedarf bis Juni 1999 weiterhin Güterwagen nach Bandholm.
Entstehung und Entwicklung der Museumsbahn
Im Jahr 1962 kam es zu „neuem“ Verkehr auf der Strecke, als der Dänische Eisenbahnclub von der Lolland Line die Genehmigung erhielt, „an Sonn- und Feiertagen, wenn keine Güterzüge verkehren“, einen Museumszug zwischen Maribo und Bandholm fahren zu lassen.
Seitdem hat die Museum Line ihren Betrieb etwas ausgeweitet und ist nun 50–60 Tage im Jahr in Betrieb. Die Museum Line wurde 2018 offiziell zur Veteranenlinie, als Lokaltog die Verwaltung der Strecke an den Verein übertrug.
Erhaltung und neue Nutzung
Das Hauptgebäude des Bahnhofs Bandholm wurde 1972 unter Denkmalschutz gestellt und der Dänische Eisenbahnklub kaufte 1984 den gesamten Bahnhof einschließlich des Lagerhauses.
Bei einer umfassenden Renovierung im Jahr 1999 wurde ein Toilettengebäude hinzugefügt und einige Jahre später – im Jahr 2012 – wurde ein spezielles Gebäude für Trolle in Betrieb genommen.
Erhaltene Elemente des ursprünglichen Kurses
Von der ursprünglichen Maribo-Bandholm-Eisenbahn gibt es heute – neben dem Bahnhof Bandholm – noch den Personenwagen A 1, der noch immer auf der Strecke verkehrt.
Literatur
Es gibt eine Fülle von Literatur zum Thema Eisenbahn, darunter auch zur Museumsbahn. Interessierte können auf Railway Books verwiesen werden.